Jürgen Matschie zeigt Fotografien der 80er Jahre von Schleife

Lausitzer Rundschau11. April 2016


Rohne. Mehr als 40 Gäste haben es sich am Samstagnachmittag in den Räumen des Njepila-Hofes in Rohne so richtig gut gehen lassen. Denn der Sorbische Bauerntisch (Burske blido) ist seit 2008 eine schöne Tradition, die sich heute noch großer Beliebtheit erfreut.

Dazu werden immer wieder interessante Themen des Schleifer Kirchspiels zum Inhalt gemacht.

Am Samstag konnte der Bautzener Fotograf Jürgen Matschie von Njepila-Chef Manfred Nickel und Domowina-Chef Manfred Hermasch begrüßt werden. Jürgen Matschie zeigte einen Querschnitt in Form von 130 schwarz/weiß Bildern, die in den Jahren zwischen 1983 und 1990 aufgenommen wurden. Dabei schauten die Besucher manchmal zweimal zur Leinwand, um bekannte Personen zu erkennen. Der Bautzener Fotograf ist seit 1988 freiberuflich und verfügt über tausende Archivfotos. Er kennt die gesamte Lausitz und war oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Früher hielt er gern das dörfliche Leben zwischen der Ober- und Niederlausitz fest. Später fotografierte der Bautzener gern Architektur in den schönsten Facetten.

Mit dem Bergbau setzt er sich nach wie vor auseinander. Heute taucht er gern in die Historie ab und ist immer noch gern mit seiner Fototechnik unterwegs. "Ich habe schon meine Ordnung, meine Filmtaschen sind beschriftet. Für heute suchte ich natürlich passend zur Schleifer Region Fotos heraus. Einige Trachten, Traditionen und Bräuche sind manchmal schon fast in Vergessenheit geraten. Ich besitze auch ein eigenes Labor, denn das Handwerk ist mir wichtig", so Jürgen Matschie. Er bereitet derzeit eine Ausstellung für das Sorbische Museum Bautzen vor, die im Oktober mit 180 Bildern gezeigt wird.

Auch Njepila-Chef Manfred Nickel freute sich am Samstag, dass wieder so viele Gäste zum Bauerntisch gekommen sind: "Unser Gedanke war damals, beim Bauerntisch bestimmte Themen in den Mittelpunkt zu stellen, um einen Wiedererkennungswert zu erreichen. Wir diskutierten schon über Hof-Namen oder auch die Bedeutung von sorbischen Namen. " Nachdem sich alle Besucher am Samstag bei der Kaffeetafel gestärkt hatten, wurden die Sorbischen Schleifer Liederbücher verteilt, die mehr als 100 Titel zum Inhalt haben. Das Singen wurde von den Vereinsmitgliedern "Kólesko" und Werner Hanusch mit dem Akkordeon begleitet.

Martina Arlt


Projekte

Gesangs- und Musikgruppe

Als Fortführung der Herausgabe des Schleifer Liederbuches wurde im Jahr 2012 eine Vokalgruppe ins Leben gerufen, mit dem Ziel die gesammelten Schleifer Volkslieder in ihrer ursprünglichen Art und in ansprechender künstlerischer Qualität einem breiten Publikum darzubieten.