Sagenbuch mit Sagen aus dem Kirchspiel Schleife und der Muskauer Heide

 

Wie die Kirche zu Schleife ihren Turm erhielt – Sagen aus dem Kirchspiel Schleife und der Muskauer Heide

Das vorliegende illustrierte, zweisprachige Sagenbuch stellt eine umfassende Sammlung der schönsten Sagen des Kirchspiels Schleife und seiner näheren Umgebung dar.

Es dient der Bewahrung des umfangreichen und einzigartigen Sagenschatzes der Schleifer Region. Die Übersetzung ins Schleifer Sorbisch ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Dokumentation des Schleifer Sorbisch und soll ein Hilfsmittel zum Erlernen des Schleifer Sorbisch sein.

Die Grundlage für das vorliegende Sagenbuch bildeten eine Auswahl von Sagen und Erzählungen die dem Buch Wendisches Volkstum in Brauch und Sitte 1882 und Die Sagen des Johann Hantscho-Hano in der Zeitschrift Niederlausitzer Mitteilungen 1894 und 1918 entnommen wurden. Die Sagen von Muskau, sowie zwei weitere Sagen stammen aus Georg Liebuschs Buch Sagen und Bilder aus Muskau und dem Parke 1860 und wurden aus Robert Pohls Sagenbuch des Kreises Rothenburg O.L. 1923 entnommen. Eine weitere beachtenswerte Quelle stellen die in der Muskauer Heide gesammelten Sagen des tschechischen Ethnografen und Sorabisten Adolf Černý dar, als Fortsetzung in der Zeitschrift Časopis Maćicy Serbskeje 1890-1897 unter dem Titel Mythiske bytosće łužiskich Serbow– Die mythischen Gestalten der Lausitzer Sorben veröffentlicht.

Vervollständigt wurde das vorliegende Sagenbuch durch Sagen aus Die Laute des wendischen (sorbischen) Dialektes von Schleife in der Oberlausitz von Arnulf Schröder 1958 und Ze Slěpjańskeje narěče von Paul Wirth, veröffentlicht in der Zeitschrift Časopis Maćicy Serbskeje 1936, sowie Karl Haupts Sagenbuch der Lausitz 1862.

Weitere Sagen und Erzählungen stammen aus den Aufzeichnungen von Helmut Hantscho, und wurden aus Originaltonaufnahmen der Trebendorferin Marie Kuschela (Marja Kudźelina) aus dem Jahr 1953 übernommen.

Die Sagen von Hantscho-Hano, Schulenburg, Liebusch, Pohl, Haupt und Gräve wurden ursprünglich in deutscher Sprache veröffentlicht und wurden durch Dieter Reddo nacherzählt bzw. rückübersetzt ins Schleifer Sorbisch. Die Sagen des Adolf Černý, Paul Wirth und Arnulf Schröder wurden aus dem Wendischen ins Deutsche übersetzt. Dabei wurde teilweise auf die vorhandenen Übersetzungen aus dem Schleifer Lesebuch – Slěpjańska cytanka von Dr. Hync Rychtaŕ zurückgegriffen oder die Übertragung durch Juliana Kaulfürst neu erarbeitet.

Die Verschriftlichung der Tonaufnahmen von Marie Hentschel und Marie Kuschela (Kudźelina) sowie die Übersetzung ins Deutsche wurden von Juliana Kaulfürst durchgeführt.

Eine große Bereicherung stellen die Illustrationen des Malers Jörg Tausch aus Rohne dar. Das Buch enthält 16 Reproduktionen von in Öl bzw. Acryl gespachtelten Gemälden und 43 Bleistift- bzw. Kugelschreiberzeichnungen.

Die Vorstellung des Sagenbuches erfolgt im Rahmen einer musikalisch umrahmten Präsentation am 09.05.2018 im Atelier des Holzkünstlers Thomas Schwarz in Schleife.

 


Fotos: Lausitzer Rundschau (Richter-Zippack), Karsten Nitsch, Markowski Medienagentur


Projektzeitraum

Juni 2014 – März 2018


Mitwirkende

Koordination der Projektdurchführung, Auswahl und Digitalisierung der Texte, Erarbeitung der Einleitungen:Hartmut Hantscho
Übersetzung Schleifer Sorbisch:Dieter Reddo
Lektorat Deutsch / Schleifer Sorbisch:Juliana Kaulfürst
Abschließendes Lektorat und Sprachberatung Schleifer Sorbisch:Dr. Hync Rychtaŕ
Illustrationen, Farbbilder, Titelbild:Jörg Tausch
Gestaltung und Satz:Markowski Medienagentur, Neustadt/Spree
Druck und Produktion:Druckerei Schiemenz, Cottbus

Presseartikel zum Projekt

„Schleifer Sagenbuch“

Nowy Casnik16.05.2018

Den Sagenschatz für die Nachwelt erhalten

Sächsische Zeitung Online15.05.2018

Den Schleifer Sagenschatz bewahren

Serbske Nowiny09.05.2018